Wahlen zur Satzungsversammlung

Am 30.06.2019 endet die Amtszeit der 6. Satzungsversammlung, sodass die Mitglieder der 7. Satzungsversammlung für die Amtszeit vom 01.07.2019 bis 30.06.2023 neu zu wählen sind. Die „Satzungsversammlung bei der Bundesrechtsanwaltskammer“ wird auch als „Parlament der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte“ bezeichnet. Ihr Auftrag besteht darin, das Berufsrecht der Anwaltschaft (BORA) zu setzen. Dieser Auftrag kann in seiner Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Zugangsdaten für die Online-Wahl zur Satzungsversammlung sind Ihnen am 03.04.2019 über das beA zugesandt worden. Das Wahlportal finden Sie über den folgenden Link: https://election.polyas.com/satzungsversammlung/ Nachstehende Vorschläge sind bei der Rechtsanwaltskammer eingegangen:

  • Prof. Dr. Ewer, Wolfgang, Rechtsanwalt Walkerdamm 4-6. 24103 Kiel
  • Dr. Krüger, Jürgen, Rechtsanwalt und Notar Marie-Curie-Ring 1, 24941 Flensburg
  • Kühnelt, Andreas, Rechtsanwalt und Notar Deliusstraße 16, 24114 Kiel
  • Pfuhlmann-Riggert, Susanne, Rechtsanwältin und Notarin Gutenbergstraße 20, 24536 Neumünster
  • Smollich, Jan, Rechtsanwalt und Notar Südergraben 47, 24937 Flensburg
Die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer kann zwei Mitglieder in die Satzungsversammlung entsenden. Die Wahl dieser Mitglieder findet in der Zeit vom 10.04.2019 bis zum 24.04.2019 statt. Weiterführende Links:  

Wer ich bin?

Seit 1986 bin ich Rechtsanwalt in Kiel. Studiert hatte ich zunächst in Berlin und dann in Kiel. Als Fachanwalt für Verwaltungsrecht arbeite ich schwerpunktmäßig in den Bereichen Bau-, Planungs-, Umweltrecht und Wirtschaftsverwaltungsrecht sowie im Verfassungs- und im Unionsrecht. Für die Anwaltschaft habe ich mich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert, so war ich von 2009 bis 2015 Präsident des Deutschen Anwaltvereins. Das Amt hat mir Einblicke in nahezu alle Bereiche der Anwaltschaft verschafft und ich bin mir bewusst, wie vielfältig die Facetten der heutigen Anwaltschaft sind, von der Einzelkanzlei, über die kleine Sozietät, die Nischenkanzlei bis hin zur Großsozietät oder zu den Syndikusanwältinnen und -anwälten. Ich bin Honorarprofessor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Mitherausgeber der Neuen Juristischen Wochenzeitschrift (NJW). Zum Privaten: Ich bin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern – und wenn Zeit bleibt, interessiere ich für mich Literatur, Theater und Musik.

 

Wofür stehe ich?

Die wesentliche Aufgabe der Satzungsversammlung besteht im Erlass und damit auch der Fortschreibung der Berufsordnung (BORA), durch welche die Rechten und Pflichten aus der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) konkretisiert werden. Die aktuelle Entwicklung gibt hierzu in vielerlei Hinsicht Anlass. So unternimmt die Europäische Kommission nach wie vor ständig neue Deregulierungsinitiativen. Dabei sind ihr u.a. unsere Selbstverwaltung und vor allem unser anwaltliches Rechtsberatungsmonopol ein Dorn im Auge. Um dieses zu verteidigen ist es wichtig, dass wir die Regelungen in der BORA über unsere Fortbildung konkretisieren und in zeitgemäßer Form halten. Denn nur so wird unser Hauptargument für die Verteidigung des Rechtsberatungsvorhalts für Anwältinnen und Anwälte glaubhaft: dass nämlich dieses dem „Verbraucher“, also dem Mandanten eine professionelle und qualitätvolle Beratung in allen Rechtsangelegenheiten sicherstellt.

Bestandteil unserer „DNA“ als Anwaltschaft ist auch der Schutz des Mandatsgeheimnisses. Beschränkte sich dieser früher weitgehend darauf, die Verschwiegenheitspflicht einzuhalten und Handakten ordnungsgemäß zu verwahren und später zu vernichten, so haben sich auch hier die Zeiten stark geändert: Durch die zunehmende Digitalisierung stellt sich insoweit eine zunehmende Anzahl rechtlicher Probleme. Ein Beispiel hierfür ist die bislang rechtlich ungeklärte Frage, ob ich auf eine durch unverschlüsselte E-Mail erfolgte Anfrage eines Mandanten auf gleichem Wege antworten darf oder ob ich dadurch Gefahr laufe, eine Verletzung der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht zu begehen. Ich bin im Ausschuss 6 der Satzungsversammlung an der Erarbeitung einer BORA-Regelung beteiligt, die klarstellen soll, dass diese Frage im erstgenannten Sinne zu beantworten ist, sofern durch den Anwalt zuvor ein Hinweis auf mögliche Risiken unverschlüsselten E-Mail-Verkehrs erteilt worden ist. Eine solche Regelung ist dringend erforderlich, denn unverschlüsselter E-Mail-Verkehr mit Mandanten ist tagtägliche Praxis und schon deshalb unverzichtbar, zumal die meisten Mandanten über gar keine Verschlüsselungsmöglichkeiten verfügen und sich solche häufig auch nicht beschaffen und einrichten wollen. Es muss daher die bestehende Grauzone beseitigt und klargestellt werden, dass diese Art der Kommunikation unter der genannten Voraussetzung für uns Anwältinnen und Anwälte rechtlich zulässig ist.

Ein weiteres Thema sind die ständig zunehmenden Legal Tech-Angebote gewerblicher Dienstleister wie „geblitzt.de“, „myRight.de“ oder „Flightright.de“. Für den Ratsuchenden sind sie mit zahlreichen Risiken verbunden, unterliegen doch die Anbieter weder einer Verschwiegenheitspflicht, noch einem Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen noch sonstigen anwaltstypischen Pflichten. Zudem führen derartige gewerbliche Dienstleistungen bei denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die schwerpunktmäßig in entsprechenden Rechtsgebieten tätig sind, zu gravierenden Umsatzeinbußen. Da das Thema Legal Tech neben Fragen des Rechtsdienstleistungsrechtes auch solche des anwaltlichen Berufsrechts tangiert, wird auch dieser Themenkreis neue Aufgabenstellungen für die Satzungs­versammlung mit sich bringen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir weiterhin Ihr Vertrauen schenken und mir Gelegenheit geben würden, mein Engagement für die Anwaltschaft in der Satzungsversammlung fortzusetzen!

 

 

Nach meinem Studium in Kiel sowie dem Referendariat in Berlin, Speyer und Los Angeles bin ich, Jürgen Krüger, geboren 1964, seit März 1995 in meiner Geburtsstadt Flensburg als Rechtsanwalt tätig, zunächst in kleineren und mittleren lokalen Kanzleien, seit Januar 2019 in einer überörtlichen Sozietät. Seit 2001 bin ich Fachanwalt für Familienrecht und wurde im Jahr 2007 zum Notar bestellt.

Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne, 21 und 18 Jahre alt. Den Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich in meiner Familie sowie beim Segeln, Joggen und Fitnesstraining.

In den Jahren 2011 bis 2015 war ich Vorsitzender des Flensburger Anwaltsverein e. V. . Seit Sommer 2015 bin ich ehrenamtlich in den Vorständen der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer und der Schleswig-Holsteinischen Notarkammer tätig. Darüber hinaus engagiere ich mich seit 2003 im Lions-Club Flensburg von 1959.

Ich kandidiere für die 7. Satzungsversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer, weil ich meine bisherigen berufspolitischen Erfahrungen und Kenntnisse weiter vertiefen und gern auch in die Diskussion um das anwaltliche Berufsrecht einbringen möchte. Hierbei empfinde ich es als Herausforderung und Chance, an der Gestaltung unseres Berufsrechts infolge der sich stetig ändernden Arbeitsbedingungen der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte mitzuwirken.

Andreas Kühnelt, 59 Jahre
Studium der Rechtswissenschaften in Berlin und Kiel
Rechtsanwalt seit 1989
Notar seit 1996
Fachanwalt für Erbrecht und Mediator

 

Meinen Beruf übe ich seit 1992 in der Rechtsanwaltskanzlei „CausaConcilio“ mit vier Standorten in Schleswig-Holstein und Hamburg aus.

Seit 2004 gehöre ich den Vorständen der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer und der Schleswig-Holsteinischen Notarkammer an. Seitdem engagiere ich mich nicht nur im Rahmen meiner Vorstandstätigkeit, sondern auch durch verschiedene weitere ehrenamtliche Tätigkeiten in der Selbstverwaltung für die beruflichen Belange der Kolleginnen und Kollegen. Mein besonderes Steckenpferd liegt im Bereich des Elektronischen Rechtsverkehrs (ERV). Seit über 10 Jahren befasse ich mich mit allen technischen und rechtlichen Aspekten dieses Themas. Als Mitglied des Ausschusses „Elektronischer Rechtsverkehr“ der Bundesrechtsanwaltskammer versuche ich, Einfluss zu nehmen auf die Entwicklungen, die mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Arbeitswelt verbunden sind. Als Referent für das Deutsche Anwaltsinstitut e.V. (DAI) vermittle ich bundesweit den Anwendern das notwendige Wissen, um das System des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches (beA) effizient für den Arbeitsalltag einzusetzen.

 

Ich habe mich entschlossen, für einen Sitz in der Satzungsversammlung zu kandidieren, weil ich mit meiner beruflichen Erfahrung, aber auch mit meinem breiten Wissen über die Herausforderungen, die an die Selbstverwaltung und die Berufsausübung zukünftig gestellt werden, positiv Einfluss nehmen will auf die rechtlichen Rahmenbedingungen für unseren Berufsstand.

 

Die Anwaltschaft steht vor einer Vielzahl von Fragen, die mit der Digitalisierung und der Globalisierung verbunden sind. Mit Augenmaß aber auch mit Visionen möchte ich zu den Antworten beitragen.

 

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich bei diesem Ziel unterstützen.

Lebenslauf:

Nach meinem Jura-Studium in Kiel und der Zweiten Juristischen Staatsprüfung im Dezember 1980 in Hamburg bin ich seit Februar 1981 ununterbrochen als Rechtsanwältin tätig, seit 1991 auch als Notarin. Seit 1989 bin ich Fachanwältin für Sozialrecht, seit 1997 Fachanwältin für Familienrecht. Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist das Erbrecht. Nach meiner Ausbildung von 1994 bis 1996 arbeite ich auch als Mediatorin, vorwiegend im Familienrecht, und engagiere mich auch ehrenamtlich zur Etablierung mediativer Prozesse in der anwaltlichen Berufsausübung. Nach langjähriger Partnerschaft in einer kleinen Sozietät bin ich seit 2010 Einzelanwältin. Seit 2008 bin ich nebenberuflich als Referentin in der Anwaltsfortbildung für Familienrecht und Sozialrecht tätig. 2016 habe ich die fachliche Leitung des Fachinstituts Sozialrecht beim Deutschen Anwaltsinstitut übernommen.

2005 wurde ich in den Vorstand der Rechtsanwaltskammer und der Notarkammer gewählt. Seit 2012 bin ich als Schriftführerin Mitglied des Präsidiums der Rechtsanwaltskammer. Im Rahmen der Vorstandsarbeit engagiere ich mich vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit der Kammer, der Förderung des Nachwuchses (Fortbildung zum/zur Notarfachwirt/in) und der Zulassung von Fachanwälten. Bei der BRAK bin ich Mitglied des Ausschusses Sozialrecht und bei der BNotK Mitglied des Ausschusses für Familienrecht. Außerdem gehöre ich dem Prüfungsamt für die Notarielle Fachprüfung in Berlin als Prüferin an.

 

Meine Motivation für die Wahl:

Ich würde gern die Schleswig-Holsteinische Anwaltschaft als eines von zwei stimmberechtigten Mitgliedern in der Satzungsversammlung vertreten, weil mir in den vielen Jahren der Mitarbeit im Vorstand die Selbstverwaltung unseres Berufsstandes eine Herzenssache geworden ist. Diese für unseren freien Beruf aufrechtzuerhalten, wird auf Dauer nur gelingen, wenn wir alle Kolleginnen und Kollegen mitnehmen. Deshalb geht es aus meiner Sicht darum, die Rahmenbedingungen unserer Berufsausübung im Bewusstsein berufsethischer Grundsätze und ihrer Wandelbarkeit zu modernisieren (Stichworte: Reform des Gesellschaftsrechts, Digitalisierung, Fachkräftenachwuchs) und dabei nicht aus dem Auge zu verlieren, dass für jeden Bürger der Zugang zum Recht garantiert bleiben muss. Daran möchte ich gern gestaltend mitwirken.

 

Lebenslauf:

Geboren am 23. Februar 1966 in Flensburg

Eltern:
Vater: Rechtsanwalt und Notar Egbert Smollich, geboren am 06.05.1930, verstorben am 04.10.2017
Mutter: Ruth Smollich, Mitarbeiterin im Sozialministerium in Kiel, geboren am 12.03.1929, verstorben am 18.02.2019

Grundschule:
Flensburg Adelbylund 1972 bis 1976

Weiterführende Schule:
Gymnasium der Kooperativen Gesamtschule Flensburg-Adelby 1977-1985

Wintersemester 1985/1986:
Studium der Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Sommersemester 1987 bis Sommersemester 1988:
Studium an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg

Wintersemester 1988/1989:
Aufnahme der Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaft,- Steuer,- und Umweltstrafrecht bei Prof. Dr. Samson.

1990:
1. Staatsexamen, Note 9,26 (vollbefriedigend)

1990 – 1993:
Referendarzeit in Flensburg, Kiel, Hamburg und Sydney (Australien)

1993:
2. Staatsexamen beim Gemeinsamen Prüfungsamt der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen in Hamburg (ausreichend, 4,46)

März 1993:
Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer

März 1995:
Erhalt des Fachanwaltstitels Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Mai 1999:
Erhalt des Titels Fachanwalt für Strafrecht

April 2005:
Bestellung zum Arbeitsgemeinschaftsleiter (Dozent) des Einführungslehrganges in der Anwaltspflichtstation bei dem Landgericht in Flensburg

April 2007:
Erhalt des Fachanwaltstitels Fachanwalt für Verkehrsrecht
Nachdem durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes das Füh-ren eines dritten Fachanwaltstitels zugelassen wurde und der Fachanwaltstitel für Verwaltungsrecht in der Zeit der „unsicheren Rechtslage ruhte“

August 2009:
Wiedererlangung des Titels Fachanwalt für Verwaltungsrecht

November 2009:
Bestellung des Unterzeichners als Notar

Hobbies:
Ehrenamtliche Tätigkeit in der Freimaurerloge
Lesen, Fußball, Golf

 

Motivation:

Der Unterzeichner ist seit mehr als 26 Jahren Rechtsanwalt und seit 12 Jahren als Notar tätig.
Der verstorbene ehemalige Sozius des Unterzeichners, Herr Rechtsanwalt und Notar Egbert Smollich (dieser verstarb am 04.10.2017) ist über viele Jahrzehnte im Vorstand der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer tätig gewesen.
In den Zeiten der Digitalisierung und in Zeiten der ständigen Rechtsfortbildung (u. a. auch die Ausdehnung der Fortbildungsverpflichtungen für Rechtsanwälte und Notare) ist es notwendig, berufsständische und berufsbezogene Verordnungen und Gesetze mit zu gestalten.
Nur so ist sichergestellt, dass die Interessen des Berufsstandes auch durch eigene Mitglieder gewahrt, gesichert und vorangetrieben werden.
An der gemeinsamen Gestaltung dieser Vorhaben möchte ich gern im kollegialen Interesse mitwirken.

Jan Smollich
Rechtsanwalt und Notar